Kunsthistorikerin | Kuratorin | Vermittlerin

stadtprojektionen II

Linsebühl, St.Gallen, 2017

Mit der zweiten Ausgabe zog ‚stadtprojektionen‘ im Oktober 2017 ins Linsebühl, ein zentrumsnahes Quartier der Stadt St.Gallen. Ehemals Vorstadt und bis in die 1980er Jahre das Rotlichtviertel von St.Gallen, ist das Linsebühl heute ein Ort der urchigen Beizen, kleinen Läden und Werkstätten, für die es in der Innenstadt keinen Platz hat. Auch zeigt sich hier die städtebauliche Geschichte von St.Gallen im Kleinen, mitsamt den Paradigmenwechseln der Stadtplanung: An der kleinteiligen und eng geführten Linsebühlstrasse dominieren Altstadt- und Baumeisterhäuser sowie Bauten aus der Zeit um 1900 in offener und geschlossener Bauweise. In die gleiche Zeit fällt die Errichtung eines geschlossenen Blockrandes mit Hofgebäuden an der Ecke Schwalben-/Rorschacherstrasse. Demgegenüber ist an der Lämmlisbrunnenstrasse eine ganz andere Vorstellung und Dimension von Stadt anzutreffen: Eine breite, weitläufige Strassensituation mit den markanten Überbauungen Linsebühl-Bau aus den 1930er Jahren sowie City-Park aus den späten 1950er Jahren. Letztere wurde von den Architekten Otto Glaus und Willi Schuchter in Zeilenbauweise, also quer zur Strasse, angelegt. ‚stadtprojektionen II‘ bespielte verschiedene dieser Bauten mit Projektionen und enthüllte so Eigenheiten des Linsebühls.

Im Kaffeehaus an der Linsebühlstrasse diskutierten wir zusammen mit Kristin Schmidt, Co-Leiterin Fachstelle Kultur St.Gallen und dem Künstler Florian Graf über Kunst im öffentlichen Raum von St.Gallen. 

Co-Kuratorin mit Nina Keel

Mit Werken von: Jonas Dahlberg, Katalin Deér, Silvie Defraoui, Tine Edel, Asi Föcker, Johanna Gschwend, Moritz Hossli, Agnes Nyrenius